Invitation to a Banquet ist kein Kochbuch. Es ist das Plädoyer dafür, dass die chinesische Küche denselben intellektuellen Status verdient wie die französische, und zugleich die Erklärung dafür, warum sie ihn bisher nicht erhalten hat.
Fuchsia Dunlop war die erste westliche Person, die an der Kochschule in Chengdu ausgebildet wurde, und hat seitdem dreißig Jahre damit verbracht, Chinas regionale Küchen zu dokumentieren. Hier lässt sie Rezepte vollständig hinter sich und schreibt stattdessen Kulturgeschichte.
Das Buch ist um 30 Gerichte herum aufgebaut, von denen jedes als Einstieg in ein größeres Thema dient. Eine einfache Schale Reis wird zur Erklärung dafür, wie eine chinesische Mahlzeit grundsätzlich aufgebaut ist, nämlich durch die Trennung in fan und cai, wobei fan das Getreide und cai alles andere bezeichnet, und das Verhältnis zwischen beiden mehr über eine Mahlzeit aussagt als jede einzelne Zutat.
Der radikalste Teil beschäftigt sich mit Textur. Das Chinesische besitzt ein Vokabular für Mundgefühl, an das keine westliche Sprache heranreicht, und Gerichte werden dafür geschätzt, zäh, glatt, knusprig oder federnd zu sein, auf Arten, die westliche Esser oft als falsch empfinden. Dunlop zeigt, dass dies keine Eigenart ist, sondern eine vollständige ästhetische Dimension, für die uns schlicht die Begriffe fehlen.
Auch die Vorurteile geht sie direkt an. Den Mythos um Glutamat und das sogenannte China Restaurant Syndrom, Annahmen über Hygiene und die hartnäckige Vorstellung, chinesisches Essen müsse billig sein. Letzteres ist vielleicht das Verheerendste, weil es dazu geführt hat, dass eine der raffiniertesten Küchen der Welt im gesamten Westen preislich wie Streetfood behandelt wird.
Das Buch gewann den Fortnum & Mason Preis als Food Book of the Year. Es umfasst 480 Seiten und wird von Anfang bis Ende gelesen.
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 480
Verlag: Penguin
ISBN: 9780141997216
Sprache: Englisch
Erstmals erschienen: 2023