In einer Küche werden Notizen auf allem gemacht. Druckerpapier, Servietten, Wände, den Arm wenn es sein muss. Aber es gibt Köche, die ein Notizbuch mit sich tragen und es methodisch füllen, Küche für Küche, Jahr für Jahr. Eine Seite für das Abendmenü. Eine Seite für die Sauce, die nicht ganz richtig war, aber fast. Ein gezeichneter Teller von oben gesehen, mit Zahlen für die Platzierung und einem Pfeil, der markiert, wo der Schatten der Garnitur fallen soll. Skizzen von Ideen, geformt durch Aromen, Früchte, Farbe und Form. Notizen, die bei einer Verkostung, in einem Museum, im Bus oder mitten in der Nacht auftauchen.
Das liniierte Papier ist das, was es zum Funktionieren bringt. Rezepte werden nicht in laufendem Text geschrieben, sie erfordern ihre eigenen Layouts: Zutaten in einer Spalte, Gramm und Prozent in einer anderen, Temperaturen eingekreist, Schritte nummeriert, aber mit Pfeilen, die die Sequenz unterbrechen, wenn eine Idee hereindrängt. Eine linierte Seite hält den Stift auf dem geraden Weg. Eine leere Seite lässt den Gedanken sich bewegen, wohin er will.
Der weiche Einband biegt sich gegen die Tasche und gegen die Handfläche. Er gibt etwas nach, wenn sich das Notizbuch füllt und eine neue Schicht von Ideen den alten hinzugefügt wird. Es begleitet einen, ohne Platz zu beanspruchen. Ein Küchenchef, der nachts um elf am Küchentisch ein neues Gericht skizziert, und ein Praktikant, der unterwegs Korrekturen notiert, brauchen genau dasselbe: ein Notizbuch, das keinen Widerstand bietet. Wir haben ein extra dickes Heft mit 400 Seiten gewählt, damit es noch länger hält.